Trimodaler Hafenumschlag auf Rekordkurs
Mit einem Gesamtgüterumschlag von 4,3 Millionen Tonnen im Jahr 2024 setzt der Hafen Straubing-Sand seine positive Entwicklung fort. Besonders erfreulich ist der Anstieg im Schiffsgüterumschlag auf 600.000 Tonnen, was einem Plus von 16 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auf der Bahn konnte ein Zuwachs von 5 % und mit 505.000 Tonnen eine neue Bestmarke seit Bestehen des Hafens erreicht werden. Damit werden 25,6 % der Güter umweltfreundlich über Bahn und Wasser transportiert. „Unser Hafen leistet einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltigere Logistik, zur Entlastung der Straßen. Der Anstieg bei Schiff und Bahn zeigt, dass unser multimodales Konzept die richtigen Anreize setzt“, betont der Geschäftsleiter des Zweckverbands Hafen Straubing-Sand (ZVH), Andreas Löffert.
Güterverlagerung dank zwei neuer Terminals
Ein neues Infrastrukturprojekt in Form einer Hafenhalbinsel mit Schwerlast-Terminal soll künftig den Transport von Groß- und Schwerlastgütern noch effizienter gestalten. Der Baubeginn ist für Juli 2025 geplant. Die Insel wird eine Fläche von 3.840 m² umfassen, ergänzt durch eine 60 x 24 Meter große Schwerlastplatte, 6.000 m² landseitige Lagerflächen und eine neue RoRo-Rampe (Roll-on/Roll-off). Der Bau der Halbinsel wird durch Fördermittel der EU und des Freistaats Bayern unterstützt. Ein schienengeführter Hafenportalkran mit einer Tragkraft von 130 Tonnen sowie ein Eisenbahngleis über die gesamte Länge sorgen für eine optimale multimodale Anbindung.
Ein weiteres Terminal, nämlich das für den Kombinierten Verkehr (KV) von Schiene und Straße mit einer Fläche von rund 50.000 m² steht nach jahrelanger Planung nun vor der Fertigstellung. Der symbolische Spatenstich für das Infrastrukturprojekt wurde bereits im Mai des vergangenen Jahres gefeiert. Nun rückt der Betriebsstart in greifbare Nähe: Ab Sommer 2025 sollen wöchentlich bis zu zehn Züge das Terminal anfahren. Die Bauarbeiten schreiten planmäßig voran. Ein wichtiger Meilenstein ist der Einbau der Gleisabdichtung, der bis Ende März abgeschlossen sein soll. Durch die Verlagerung des Güterverkehrs auf die umweltfreundliche Schiene wird eine erhebliche Reduktion der CO₂-Emissionen erwartet. Die Finanzierung des Projekts erfolgt durch Fördermittel des Eisenbahnbundesamtes. Betreiber des Terminals ist die Contargo Combitrac Straubing-Sand GmbH.
BioCampus wächst in die Höhe
Der Schwerpunkt der Investitionen des Hafen Straubing-Sand liegen allerdings auf dem
BioCampus im Hafen – ein 12 Hektar großes Areal, auf dem sich alles um die biobasierte
Wirtschaft dreht:
Die BioCampus MultiPilot (BMP) wird als Mehrzweck-Demonstrationsanlage für Prozesse
der industriellen Biotechnologie eine zentrale Rolle im Innovationsökosystem des Hafens,
der Region und für ganz Deutschland übernehmen. Aktuell sind die Beton- und
Stahlbauarbeiten abgeschlossen; die Fertigstellung der Fassaden und des Daches sind bis
Juni 2025 vorgesehen. Erste Werksabnahmen für prozesstechnische Anlagen wie
Fermenter, Aufschlussapparate und Medienerzeuger sind erfolgt. „Mit der BMP schaffen wir
eine international wettbewerbsfähige Plattform zur Skalierung biotechnologischer Prozesse,
die für Forschungs- und Entwicklungsprojekte von Start-ups und bis zu
Industrieunternehmen einen wichtigen Schritt in der Innovationskette bedeuten“, erklärt
Landrat Josef Laumer, Aufsichtsratsvorsitzender der BioCampus Straubing GmbH.
Ein weiteres Schlüsselprojekt ist die Erweiterung des Technologie- und Gründerzentrums
(TGZ), das mit einer zusätzlichen Fläche von 2.000 m² ausgebaut wird. Es entstehen neue
Büros ab 22 m², Labore im S1-Standard sowie moderne Tagungsräume. Der Ausbau wird im
Rahmen der High-Tech-Agenda Bayern durch den Freistaat Bayern gefördert. Die
Fertigstellung und Inbetriebnahme sind für das Frühjahr 2026 geplant, gefolgt von einem
Umbau der zentralen Bereiche im Bauabschnitt I des TGZ. Bereits seit Februar 2025 steht
mit Koje4 Coworking ein weiteres flexibles Arbeitsraumangebot im TGZ zur Verfügung. Die
Nachfrage nach Flächen im TGZ ist hoch: Ende Dezember 2024 waren insgesamt 40
Unternehmen im TGZ ansässig. „Das TGZ ist ein Erfolgsmodell für Gründerinnen und
Gründer sowie technologieorientierte Start-ups. Die Erweiterung wird noch mehr jungen
Unternehmen aus der Region Raum geben können, um sich dort auf das Wesentliche ihres
Geschäftsaufbaus zu konzentrieren“, betont Oberbürgermeister Markus Pannermayr,
Vorsitzender des Zweckverbands Hafen Straubing-Sand.
Investitionen und wirtschaftliche Bedeutung
Ein weiterer wichtiger Meilenstein war die Inbetriebnahme des neuen Bahnhaltepunktes
„Straubing Hafen“ im Juni 2024. Über eine Fuß- und Radwegbrücke gelangen die Fahrgäste
sicher über die SR12. Der Haltepunkt verbessert die Anbindung des Hafens erheblich und
bietet Berufspendlern, Besuchern und Gästen eine klimafreundliche Alternative zum Pkw.
Öffentliche und private Investitionen waren im Jahr 2024 gleichauf. Die Ansiedler des Hafens
investierten 42 Millionen Euro in den Ausbau ihrer Standorte und Betriebserweiterungen und
wurden so wieder zum Konjunkturmotor für die Region. Auch der Hafen Straubing-Sand
investierte mit ebenfalls 42 Millionen Euro kräftig in die Infrastruktur des Standorts. „Mit
diesen Investitionen wird der Hafen nicht nur als Logistikdrehscheibe gestärkt, sondern auch
als Standort für innovative Unternehmen und nachhaltige Technologien weiterentwickelt“,
unterstreicht der stellvertretende ZVH-Verbandsvorsitzende Adalbert Hösl.